Solar-Entlüftung verspritzt Glykol

Eine falsch montierte Entlüftung einer Solarwärmeanlage verursacht wiederkehrend Austreten von Solarflüssigkeit. Die austretende Flüssigkeit verschmutzt die Umgebung und stellt eine Gesundheitsgefahr dar - sie enthält giftiges Glykol! mehr....

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Solarwärmeanlagen fangen die Wärme der Sonnenstrahlung ein und machen diese zur Nutzung als Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung verfügbar.

Sie verwenden dabei einen Wärmeträger, auch Solarflüssigkeit genannt. Dieser Wärmeträger zirkuliert in einem geschlossenen System zwischen Solarkollektor und Warmwasserspeicher mithilfe einer Pumpe. In diesem System treten gelegentlich Luftbläschen auf, zum Beispiel beim Befüllen der Anlage oder durch Ausgasungen der Solarflüssigkeit. Diese Luft behindert die Wirkung der Pumpe bis hin zum vollständigen Blockieren der Anlage, sie ist deshalb periodisch, am besten ständig im Betrieb, zu entfernen.

In vielen Anlagen wurden und werden teilweise noch immer Automatikentlüfter eingesetzt, wie sie aus der Heizungstechnik bekannt sind. Da Luft leichter ist als die Solarflüssigkeit, tendiert diese dazu, sich am höchsten Punkt der Anlage zu sammeln. Konsequent wurde/wird deshalb der Entlüfter deshalb an eben diesem höchsten Punkt montiert.

Jedoch: Die Solarflüssigkeit ist fast ständig einer hohen Temperaturbeanspruchung ausgesetzt: Im Winter tiefen Frosttemperaturen, im Sommer der Hitze der Sonnenstrahlung. Deshalb besteht sie aus einem Gemisch von Wasser und - giftigem - Glykol, als Schutz gegen das Einfrieren (was die Leitungen sprengen würde) und zur Erhöhung des Siedepunktes.

Und es kommt je nach System gelegentlich oder auch häufiger vor, dass der Solarkollektor überhitzt und die Solarflüssigkeit verdampft. Meist geschieht dies an heißen Sommertagen, wenn länger kein warmes Wasser gezapft wurde (beispielsweise weil die Hausbewohner in den Ferien sind), und die Pumpe zum Schutz vor Überhitzung abgeschaltet wird. Dann steht am höchsten Punkt der Leitung jedoch heißer Dampf, und den kann der Automatikentlüfter nicht von Luft unterscheiden.

Als Folge tritt Glykoldampf aus und verschmutzt die Umgebung, wie dies beispielhaft im obigen Bild zu sehen ist. Beim Abkühlen rinnt er herunter, im vorliegenden Fall durch die Deckenschalung und verschmutzt den Wohnraum. Wie erwähnt ist Glykol zu allem Überfluss auch noch gesundheitsschädlich.

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Abhilfe

Die Abhilfe ist erstaunlich einfach: Ein spezieller Solar-Luftabscheider wird direkt beim Warmwasserspeicher montiert, am günstigsten in der Rücklaufleitung zum Kollektor. Der Dampf ist auf dem Leitungsweg zum Warmwasserspeicher bereits wieder kondensiert, sodass ein Ausdampfen zuverlässig vermieden wird.

Vorsicht

Die Überhitzung der Solarwärmeanlage ist nicht unkritisch, besonders wenn dieser Vorgang sich häufiger wiederholt. Denn Glykol altert unter Hitzeeinwirkung und bildet mit der Zeit einklumpiges Harz. Diese Harz verstopft vor allem die engen Röhrchen der Kollektoren, womit sie unbrauchbar werden. Dann bleibt nur noch ein teurer Austausch der Kollektoren übrig.

Hier gilt es vorzubeugen, wie, das lesen Sie in einem späteren Bericht.