Scheitert die Energiewende?

Trotz großartiger Erfolge - Trittbrettfahrer, Geschäftemacher, Spekulanten und Enthusiasten drohen das Jahrhundertprojekt scheitern zu lassen

Großartige neue Möglichkeiten - Billige Photovoltaik - Billige Windenergie - Speichertechniken vorhanden - Netzausbau hochgespielt - Neue Lösungen bei der Gebäudeheizung - Bremser, Abzocker und Irrwege

Entgegen allen Unkenrufen ist die technische und wirtschaftliche Machbarkeit der Energiewende mittlerweile nachgewiesen. Die stürmische Markteinführung der Erneuerbaren, ausgelöst und begünstigt durch das EEG (Gesetz zur Förderung der Erneuerbaren Energien) hat die Erwartungen geradezu übererfüllt:

Billige Photovoltaik: Die Anlagenkosten sind so stark gesunken, dass selbst erzeugter und genutzter Sonnenstrom erzeugter (aus neuen Anlagen) mittlerweile ein Drittel kostet verglichen mit Netzstrom.
Positiver Nebeneffekt: Durch die weitgehende Gleichzeitigkeit von Nachfrage und Erzeugung sind auch die Großhandels-Strompreise gesunken.
Leider kommt diese Kostensenkung nicht beim Haushaltsverbraucher an.
Im Gegenteil: Der Berechnungsmodus der EEG-Umlage ermöglicht den Stromkonzernen, die eigene Kostensenkung auch noch in eine Preissteigerung für den Haushaltskunden umzuwandeln!

Billige Windenergie: Windstrom vom Land ist mittlerweile billiger als Strom aus neuen Kohlekraftwerken. Neue Windenergieanlagen für Standorte mit mittlerem Windangebot ermöglichen wirtschaftliche Erzeugung auch an Standorten, wo dies früher nicht möglich war.

Speichertechniken vorhanden:  Zunächst: Technisch gesehen sind Stromspeicher noch für einge Zeit schlicht unnötig. Das Problem ist nicht das Zuviel an Erneuerbarem Strom, sondern die Marktmacht der noch immer laufenden AKWs sowie der Kohle- und Braunkohlekraftwerke. Und flexible Gaskraftwerke können im Wechselspiel mit Photovoltaik und Windkraftwerken die Stromnachfrage decken - auch langfristig, dann jedoch in dezentraler Kraft-Wärmekopplung statt zentral als Großkraftwerke.

Dennoch:
Für unmöglich erklärt wurde bis vor kurzem die Erzeugung relevanter Mengen von Wind- und Solarstrom als solcher. Jetzt ist der Anteil regenerativen Stroms bei fast 25%, Tendenz weiter steigend.
Nun werden die Speicherung und der Netzausbau als unbezwingbare Hindernisse dargestellt.
Doch die Speichertechniken sind vorhanden, in aufsteigender Kapazität:
- die bewährten Bleibatterien
- Lithium-Ionen-Batterien
- Natrium-Schwefel-Speicherwerke
- Wasserstoffspeicher (nach Elektrolyse bzw. Rückwandlung mittels hocheffizienter Brennstoffzellen)
- Methanspeicher (als synthetisches Erdgas aus Wasserstoff und CO2 herstellbar)
Die Markteinführung in großem Maßstab erfordert jedoch rechtliche Rahmenbedingungen, die die schwarz-gelbe Regierung nicht schaffen will.

Netzausbau hochgespielt: Der Netzausbau ist eine Herausforderung, doch wird er künstlich erschwert durch Stromhandel und Offshore-Wind ("Strom aus der Nordsee für die Aluminiumschmelzen an den Alpen"). Nach Aussagen von Fachleuten können die bestehenden Netze durch Hochtemperaturseile und punktuelle Netzverstärkung fit gemacht werden, wenn man das nur will.
Doch mit abgeschriebenen Netzen verdienen die Netzbetreiber mehr als mit Aufrüstung bzw. Neubau. Und wer nebenbei konventionelle Kraftwerke betreibt, ebnet nur ungern der erneuerbaren Konkurrenz den Weg.

Neue Lösungen bei der Gebäudeheizung:
Die Wärmepumpe, ursprünglich als Mittel zur Verheizung überschüssigen Atom- und Kohlestroms eingeführt, bietet im Bivalenten Betrieb mit (vorteilhaft selbst erzeugtem) Solarstrom und z.B. Gas oder auch Holzpellets (für sonnenarme Perioden und Winter) eine sehr kostengünstige Wärmequelle für die Gebäudeheizung: Ca. 60% des jährlichen Wärmebedarf können solar gedeckt werden, der sommerliche Überschuss der Photovoltaikanlagen kann konventionelle Stromerzeugung ersetzen (Netzeinspeisung) oder gespeichert werden (siehe oben).
Dafür reicht jedoch die optimierte Luft-Wasser-Wärmepumpe, teure und riskante Erdsonden-Bohrungen sind nicht mehr erforderlich.
Im Winter hingegen, wenn die Wärmepumpen ohnehin nur mit schlechtem Wirkungsgrad arbeiten, wird die Wärme mit Gas oder Holzpellets erzeugt.
Gas bietet die zusätzliche Möglichkeit der Mini-Kraft-Wärme-Kopplung, das heißt parallel zur Wärmeerzeugung wird immer auch Strom erzeugt.

Bremser, Abzocker und Irrwege:  
Durch den Erfolg der Erneuerbaren schwimmen den Betreibern der konventionellen Kraftwerke die Felle davon. Mit Tricks, unter anderem durch die Überfrachtung der EEG-Umlage (Netzkosten und Stromkostenanteile der Industrie, Landwirtschafts-Subventionen, überzogene Förderung der Offshore-Windenergie...) arbeitet besonders die gewesene Schwarz-Gelbe Regierung intensiv daran, die Erneuerbaren auszubremsen.

Abzocker: Besonders grotesk: Der Emissionshandel, der zu einer Senkung des CO2-Ausstoßes führen sollte, begünstigt jetzt die Erzeugung von Strom aus Kohle und Braunkohle.

Irrwege: Biogas aus Feldfrüchten ("Nawaro") - Felder werden für den Nahrungsanbau gebraucht. Zu allem hin ist Nawaro-Biogas ein einträgliches landwirtschafrtliches Subventionsmodell, mit Klimaschutz oder "Erneuerbaren Energien" hat das nichts zu tun.
Eng damit verbunden sind Nahwärmenetze auf dem Dorf Sackgassen - und die Wälder sind zu kostbar, um verlustreiche Wärmenetze damit zu beheizen

Völlig konfus und unkoordiniert war die Politik der gewesenen schwarz-gelben Bundesregierung beim Einstieg in die Erneuerbaren Energien. Das Ausmaß an Ignoranz und Inkompetenz, verbunden mit schwärzester Umverteilungspolitik von arm nach reich, ist mittlerweile unerträglich!

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